Sprungmarken

Servicenavigation

Hauptnavigation


Sie sind hier: Start > 

Bereichsnavigation


Hauptinhalt

Rad Radius Reisezeit

200 Jahre Beschleunigung

Klaus Spiekermann, Michael Wegener

Zur Halbzeit der EXPO 2000 in Hannover wurde ein Beitrag des IRPUD in die Ausstellung zum Thema "Mobilität" im Themenpark der EXPO aufgenommen. Der Beitrag zeigt 200 Jahre Beschleunigung der Verkehrsmittel von der Postkutsche bis zum Hochgeschwindigkeitszug in Form von Zeitkarten.

Seit 5500 Jahren werden Verkehrsmittel auf Rädern stetig verbessert. Aber erst in den vergangenen zwei Jahrhunderten explodierte die Geschwindigkeit, schrumpften die Reisezeiten merklich. Bahnverbindungen von Hannover aus sind nur ein Beispiel für dieses Phänomen: In der gleichen Zeit lassen sich immer weiter entfernte Ziele erreichen.

Dieses Schrumpfen des Raums kann durch sogenannte Zeitkarten sichtbar gemacht werden. In Zeitkarten werden die Elemente einer Karte so dargestellt, daß der Abstand zwischen zwei Punkten nicht proportional zur räumlichen Distanz zwischen ihnen ist wie bei topographischen Karten, sondern proportional zur Reisezeit zwischen ihnen. Diese Änderung des Kartenmaßstabs führt zu Verzerrungen der Karte gegenüber dem gewohnten Kartenbild.

Die folgenden Zeitkarten zeigen die in den Jahren 1820, 1854, 1910, 2000 und 2020 von Hannover aus in einer Tagesreise (12 Std.) erreichbaren Ziele. In allen fünf Karten ist Hannover der Mittelpunkt. Die rote Fläche ist der Umriß der heutigen Bundesrepublik Deutschland (vgl. Dortmund und die Eisenbahn).







1820. Seit dem Römischen Reich haben sich die Reisegeschwindigkeiten nicht wesentlich erhöht. Sie betragen im Zeitalter der Postkutsche auf ausgebauten Chausseen bis zu 10 km/h.




1854. Nach Erfindung der Eisenbahn dehnt sich das Schienennetz in Europa rasch aus, da die Industrie auf dem schnellen Transport von Massengütern angewiesen ist. Die Reisegeschwindigkeiten betragen zwischen 30 und 40 km/h.




1910. Das europäische Eisenbahnnetz ist vollendet. Metropolen wie Paris, Wien und Berlin sind seine wichtigsten Knotenpunkte. Es werden durchschnittliche Reisegeschwindigkeiten bis zu 60 km/h erreicht.




2000. Hochgeschwindigkeitszüge wie ICE und TGV bedienen überwiegend nationale Verbindungen. Die durchschnittliche Reisegeschwindigkeit liegt be 120 km/h. Auf Neubaustrecken werden maximal 250 km/h erreicht.




2020. Hochgeschwindigkeitszüge verkehren über nationale Grenzen hinaus. Sie sind bis zu 30 mal schneller als die Postkutsche 200 Jahre zuvor. Die durchschnittliche Reisegeschwindigkeit liegt bei 160 km/h.

 

Beitrag zur Ausstellung "Mobilität" im Themenpark in Halle 4 der EXPO 2000 in Hannover vom 7. August bis 31. Oktober 2000.

© 2000 Klaus Spiekermann, Michael Wegener, IRPUD