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Raumbezogene Risiko- und Klimafolgenforschung

BaumAdapt - Optimierung stadtweiter Ökosystemleistungen urbaner Baumbestände im Einklang mit der Resilienz kritischer Infrastruktur im Fokus sommerlicher Starkwindereignisse und Klimaanpassung (2018- 2019)

Das Projektziel besteht darin, unter Berücksichtigung der Vulnerabilität der kritischen Infrastruktur konkrete Clusterempfehlungen für die Entwicklung der Resilienz urbaner Baumbestände zu generieren. Damit soll ein möglichst hohes risikofreies Niveau hinsichtlich der erforderlichen Ökosystemleistungen mit konkreten Umsetzungsvorschlägen im urbanen Baumbestand der Stadt Essen im Angesicht des Klimawandels erarbeitet und anhand von Versuchspiloten in Umsetzung gebracht werden. Es handelt es sich um ein durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördertes Projekt zur Förderung von Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel. Es wird in Kooperation mit der Stadt Essen durchgeführt.

Die Stadt Essen erlebte mit ELA Anfang Juni 2014 den bislang heftigsten Sommerorkan seit Beginn der Aufzeichnungen. Laut dem ersten Erfahrungsbericht wurden große Teile des urbanen Baumbestandes beschädigt, als der Sturm die Stadt mit bisher ungekannter Stärke traf. Dadurch ist deutlich geworden, dass die Verletzbarkeit der Baumbestände zu einer Beeinträchtigung oder sogar einem vollständigen Erliegen der städtischen Infrastruktur mit erheblichen Risiken für die betroffenen Menschen führen kann. Mit Blick auf den Klimawandel und damit voraussichtlich zusammenhängenden häufigeren und intensiveren sommerlichen Starkwindereignissen ist auch im Bereich urbaner Forstwirtschaft eine Überprüfung, Optimierung bzw. Klimaanpassung dringend geboten. Dazu kann zunächst aus den vergangenen Ereignissen durch entsprechende Analysen gelernt werden, um darauf aufbauend Konzepte für eine sukzessive Umsetzung zu erarbeiten, die letztlich einerseits die Erhöhung der Resilienz zu solchen Ereignissen im Fokus hat, aber gleichzeitig natürlich auf eine Optimierung sämtlicher Ökosystemdienstleistungen urbaner Bäume mit Blick auf den Klimawandel abzielen muss.

Vor dem Hintergrund des Sommerorkans ELA mit seinen gravierenden Auswirkungen auf den Baumbestand der Stadt Essen dient das Projekt zunächst der nachträglichen Analyse der quantitativen Veränderung in Abhängigkeit von Windrichtung, Stadtstrukturen, Wald- und Stadtbaumbestandstrukturen und Orographie für den gesamten urbanen Stadtbaumbestand im Eigentum der Stadt Essen mit 1750 Ha Wald und rund 230.000 Stadtbäumen im grünen Infrastrukturvermögen von Straßen, Bildungseinrichtungen, Grünflächen und sonstigen Liegenschaften. Es wird erwartet, dass sich aus der Analyse eine Clusterung vergleichbarer Strukturen und Schadstufen ableiten lässt.

Parallel wird die systemische Kritikalität der städtischen Infrastrukturen untersucht und analysiert, woraus weiterführend ein stadtweites Kritikalitätsranking erstellt wird. Infrastrukturen werden dann als „kritisch“ bezeichnet, wenn sie für die Funktionsfähigkeit moderner Gesellschaften von wesentlicher Bedeutung sind und ihr Ausfall oder ihre Beeinträchtigung anhaltende Störungen im Gesamtsystem zur Folge hat. Auf dieser Grundlage werden in Verbindung mit den Erkenntnissen der Winddynamik und ihrer Auswirkung auf Bäume Simulationsberechnungen für Sturmszenarien mit verschiedenen standortgerechten Wald- und Stadtbaumbestandstrukturen in vergleichbaren Risikostrukturen durchgeführt. Die Auswirkungen hinsichtlich der Veränderungen der Ökosystemleistungen werden hierbei jeweils ebenfalls qualifiziert und konkrete Handlungsempfehlungen abgeleitet. Das Projekt lässt eine hohe Übertragbarkeit für andere Kommunen erwarten, wodurch das Risikobewusstsein gegenüber Sturmereignissen erhöht werden kann.


Gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

Förderprogramm: Förderung von Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel

Förderschwerpunkt: Kommunale Leuchtturmvorhaben sowie Aufbau von lokalen und regionalen Kooperationen (Förderschwerpunkt 3)

Förderkennzeichen: 03DAS121B

Weitere Informationen zur Förderung:

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit

Projektträger Jülich

 

Ansprechpartner: Prof. Dr.-Ing. Stefan Greiving, M. Sc. Florian Hurth, Lena Jorg

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